Trainingscamp 2026

geschrieben von Chiara Tischendorf

Vorwort

Herzlich willkommen, liebe Tanzsportinteressierte, zum Blog der Tanzsportwelt der Höllriegl‘s.
Ein 2024/25 gegründeter Verein vorerst ohne praktische Vorerfahrung in der Welt des professionellen Formationstanzsports.

Mit unseren Reportagen möchten wir unsere Turniererfahrungen mit euch teilen und euch somit auf unsere Reise mitnehmen, welche für uns hoffentlich voller erinnerungswürdiger Erlebnisse wird. Hiermit laden wir euch herzlich ein mit den Erzählungen von jungen Tänzerinnen und Tänzern, in eine andere Welt einzutauchen. In das Spektakel, welches man sonst nur voller Glitzer, Glanz und Glimmer kennt. Eine Welt, in der neben Vorfreude, Ehrgeiz und Hoffnung auch Enttäuschungen, Tränen und Kritik Platz haben müssen.

Erfahrt in diesem Text – verfasst und aus der Sicht von Chiara Tischendorf – was alles außerhalb der Turniersaison geschehen kann.
Viel Vergnügen! 

Reportage

Lesedauer etwa 22 Minuten

Fotos hierzu hier.

Zuerst einmal…

            Hallo zusammen, ich bin Chiara und möchte euch einen kleinen Einblick in unser allererstes, 3-tägiges Trainingslager der Standard- und Latein-Turnierformation geben, indem ich euch aus meiner Sicht davon erzähle.
            Vorab aber noch: Alles war im vornherein von unserer Trainerin in einem Trainingsplan zeitlich getaktet und geplant, wann sozusagen was durchgegangen werden sollte und zu welchen Zeiten welche Formation Training hat. Das es zu Abweichungen von diesem Zeitplan kommen würde und wir in Stress geraten, konnte ja niemand vorher erahnen *hust hust*.

Freitag, der 02.01.2026, Tag 1
13:00 Uhr, Hans-Schelter-Schule Weiden

            Das Trainingscamp startete nun am Freitag, den 02.01.2026 um 13:00 Uhr mit unserer Standard-Turnierformation in der Turnhalle der Hans-Schelter-Schule in Weiden.
            Nachdem ich leider etwas verspätet ankam und wir vorher noch nie dort trainiert haben, hatte ich etwas Schwierigkeiten, alleine den richtigen Eingang der Turnhalle zu finden. Da es jedoch an diesem Tag sehr stark geschneit hatte, bin ich einfach den tiefen Fußspuren der anderen Tänzer gefolgt und habe es dann um 13:15 Uhr auch in das Training geschafft. Ich habe zwar die Besprechung organisatorischer Dinge verpasst, jedoch bin ich dann rechtzeitig zum Aufwärmen dazugestoßen.

            Nach dem Aufwärmen starteten wir also mit unserem ersten Training unserer Standard-Turnierformation. Da einer unserer Tänzer vorher aufgrund einer Verletzung lange ausgefallen ist, haben wir in diesem Training damit begonnen, nochmals alle Schritte unserer Disneyformation im schnelldurchlauf zu wiederholen und danach dann die Choreo grob durchzugehen. Das war für uns alle nochmals eine gute Auffrischung, da auch innerhalb der Formation die Tänzer schon öfter mal Positionen gewechselt haben.
            Um 16:00 Uhr war aber dann auch schon unser Standardtraining vorbei und die Tänzerinnen und Tänzer unserer Latein-Turnierformation waren an der Reihe.

16:00 Uhr, Hans-Schelter-Schule Weiden

            Auch hier gab es vorab eine kurze organisatorische Besprechung, bevor das Training dann schlussendlich begann. Ich als Social Media Manager – aka die nervige Kamera-Tante des TSW – habe während des Trainingscamps versucht, die Abläufe des Trainings nebenbei zu dokumentieren und in unserer Instagram-Story zu posten, um die Follower up-to-date zu halten. Das war auch nicht immer möglich, da ich als Tänzerin beider Formationen doch oft eingespannt war, jedoch haben mir die anderen Formationsmitglieder das ganze Trainingscamp über immer wieder unter die Arme gegriffen.
            Danke an dieser Stelle nochmal an alle, die mir hierbei geholfen haben! 😊

            Jedenfalls stand laut Trainingsplan für unsere Lateinformation ebenso die Wiederholung der Choreo und ein paar Änderungen beim Anfangsteil an. Da ich in Latein bisher keiner festen Stelle zugeteilt bin und bei Louis (einem unserer Tänzer und Berichterstatter des Polizeiball-Berichts) an diesem Tag die Tanzpartnerin fehlte, habe ich in diesem Training letztendlich mit ihm getanzt. Das hat soweit auch alles ganz gut funktioniert und hat auch viel Spaß gemacht.

            Wie wir am Ende des Trainings um ca. 19 Uhr angelangt sind, haben wir natürlich die Choreo nicht wie geplant komplett durchgesprochen gehabt, sondern nur bis zum ChaChaCha, also knapp zur Hälfte – welch Überraschung.
            Dies war verschiedener Faktoren geschuldet – zumal das Training oftmals durch ungeplante Gäste unterbrochen wurde. Aus irgendeinem Grund waren nämlich ein paar Mal plötzlich irgendwelche Stinkwanzen am Boden in der Halle, auf die man jetzt nicht unbedingt drauftreten wollte.
            Unser selbsternannter Käferbeauftragter Herr Schlosser (Alex) hat sich jedoch dazu bereiterklärt, die Tiere nach draußen zu befördern.

19:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Das Training war somit für diesen Tag erstmal beendet, jedoch war an diesem Abend noch nicht für alle von uns Ruhe und Entspannung angesagt. Mein Weg führte mich als nächstes ins Tanzstudio, da sich hier die Tänzerinnen und Tänzer der Rock’n’Roll-Formationen und der neuen K-Pop Show für einen bevorstehenden Auftritt um 21:00 Uhr am Inthroball des Dance Unlimited e. V. trafen.
            Ich musste zwar an diesem Abend keinen Auftritt mehr tanzen, allerdings habe ich die Auftritte als Teil des Social Media Teams gefilmt und Fotos gemacht. Eine Fahrt nachhause zwischen Training und Auftritt hätte sich für mich nicht gelohnt, da ich einen Heimweg von ca. 40 Minuten habe. Somit machte ich mich nach einer kurzen Partie Auto-Freikratzen auch mit auf den Weg ins Studio, um die Zeit bis zu den Auftritten totzuschlagen.

20:30 Uhr, Max-Reger-Halle

            Da ich euch aber in diesem Bericht in erster Linie vom Trainingscamp erzählen möchte, halte ich mich diesbezüglich nur sehr kurz. Die Auftritte haben später dann alle eigentlich ganz gut geklappt.
            Das Akrobatik-Paar mit ihrem Stück „Desperation“ versetzte alle wieder in Staunen. Die beiden Rock’n’Roll-Formationen zeigten mit je 2 Paaren, dass auch trotz der Weihnachtszeit das Parkett glühen kann. Schlussendlich war die neue K-Pop Show „Golden“ für die anwesenden Kinder das absolute Highlight und erntete mit singenden Kindern viel Applaus.

22:00 Uhr, Max-Reger-Halle

            Um ca. 22 Uhr machte ich mich letztlich auch auf den Nachhauseweg. Es wurde dann auch langsam Zeit zu schlafen, da das Trainingscamp am nächsten Morgen schon wieder um 09:00 Uhr für unsere Standard-Turnierformation weiterging.

Samstag, der 03.01.2026, Tag 2
9:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            An diesem Tag wurden in den Trainings immer unterschiedliche Teile der Formation intensiv wiederholt und Fehler ausgebügelt. Da natürlich auch nicht immer jeder in jeder Trainingseinheit anwesend sein konnte, musste man entsprechend manche Teile öfter wiederholen, als ursprünglich geplant. Leider konnte unter anderem mein Tanzpartner (Kevin) bei diesem Training nicht dabei sein, da dieser am Samstag bis nachmittags arbeiten musste. Das war zwar sehr schade, aber ich habe versucht, mir möglichst viele wichtige Sachen zu merken, um diese dann an ihn weitergeben zu können.

            In diesem Teil des Trainings haben wir nämlich den ersten Slowfox mit dem Übergang in den ersten langsamen Walzer besprochen. Nach Trainingsplan hätten wir in dieser Trainingseinheit (09:00 – 11:00 Uhr) auch den ganzen ersten langsamen Walzer schaffen müssen, aber naja… wäre auch zu schön gewesen, wenn alles nach Plan läuft. Da ich hier sowieso ohne Tanzpartner war, habe ich zumindest zwischendurch pausieren können, um ein paar Videos und Fotos vom Training zu machen. Auch ein anderer Tänzer unserer Formation, Simon, fehlte im Training, jedoch unentschuldigt. Keiner wusste so wirklich wo er war, da er niemandem Bescheid gegeben hat. Wir haben ihm geschrieben und dachten uns: Er wird schon noch kommen. Somit sprang an dieser Stelle einstweilen unser vielseitig einsetzbarer Tänzer Nico für Simon ein, sodass Laura für diese Trainingseinheit einen Tanzpartner hat.

11:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Danach ging es von 11:00 bis 13:15 Uhr für unsere Lateiner weiter. Da Louis auch hier keine Tanzpartnerin hatte, habe ich in diesem Training wie am vorherigen Tag mit ihm getanzt. Für diese Trainingseinheit war im Plan eigentlich vorgesehen, die Choreo vom Vortag nur komplett zu wiederholen und dann den noch nicht vorhandenen „Ein-Ein- und Aus-Ausmarsch“ zu besprechen. Da wir jedoch am Freitag mit der Choreo nur bis zur Hälfte des Stückes – also bis zum ChaChaCha – gekommen sind, haben wir ab diesem Punkt erst noch die Positionen neu besprechen müssen. Der ChaChaCha war jedoch schwieriger und zeitfressender als gedacht. Nicht nur wegen seiner Geschwindigkeit, sondern auch wegen der Choreowechsel, bei welchen es zu einigen Karambolagen kam. 

            Bis das dann einigermaßen geklappt hat ohne aneinanderzustoßen, ist entsprechend auch viel Zeit für diesen Tanz verloren gegangen, allerdings haben wir zumindest die gesamte Choreo grob fertig besprochen.

            Da stellte sich nur die Frage – wo ist Simon?
            Er ist das ganze erste Standard Training über nicht aufgetaucht und hat sich auch nicht gemeldet. Nach mehreren Versuchen, diesen am Handy telefonisch zu erreichen haben wir beschlossen, auf dem Festnetztelefon anzurufen. Das hat lobenswerterweise Herr Pischik für uns übernommen, damit wir in dieser Zeit wenigsten unser Lateintraining abhalten konnten. Auch dies hat ein paar Versuche gebraucht, bis letztendlich sein Bruder abgehoben hat. Dieser meinte wiederum, dass Simon noch schläft. Wir baten Ihn daraufhin, Simon aufzuwecken, sodass er dann wenigstens zum nächsten Standardtraining um 14 Uhr pünktlich da ist.
            Emi, wie sie solche Situationen von Simon mehr als genug kennt, bat letztlich Pischik darum, höchstpersönlich zu Dornröschen zu fahren und ihn aus seinem Schlaf zu wecken. Daraufhin hin machte sich der edle Ritter geschwind auf den Weg.

13:15 Uhr, Pause

            Um 13:15 Uhr folgte dann eine 30-minütige Pause, in welcher ich mich mit René auf dem Weg zu einem Supermarkt machte, um uns etwas zu Essen zu holen. Natürlich durften ganz oben auf unserer Einkaufsliste die „Motivationsgurken“ nicht fehlen, damit alle Tänzerinnen und Tänzer mit neuer Energie ins Training starten konnten. Auf dem Rückweg hielten wir dann noch kurz bei der Tankstelle, um unserer Trainerin ihren geliebten Chicken Burger mitzubringen. Wie man es sonst so schön sagt: „Happy wife – in diesem Falle eher Happy Trainer – Happy life!“

13:45 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Wirklich Zeit zum Essen blieb jedoch nicht, da wir anschließend gleich mit dem nächsten Standard-Training um 13:45 Uhr begonnen haben. Auch Simon hat es nach fast 5 Stunden dann endlich ins Standard-Training geschafft. Hier haben wir dann den restlichen Teil des ersten langsamen Walzers, den Tango und den 1. Wiener Walzer besprochen. Dieser erste Wiener Walzer ist auch so eine Sache, da dieser mit dem Wiener Walzer Rad beginnt. Dieses Rad funktioniert komischerweise meistens nur im Tanzstudio und nie in der Turnhalle in Mantel, in welcher wir normalerweise jeden Sonntag trainieren. Das komische daran ist, dass man in Mantel so viel mehr Platz hätte und dort auch keinerlei Hindernisse sind, die den reibungslosen Ablauf des Rads beeinträchtigen könnten. Dennoch klappt es im Studio dann trotzdem meist besser, obwohl hier sogar Säulen den Weg versperren.

            Diese Logik hat unsere Trainerin auch nie verstanden und hat diese nur minimal zur Weißglut getrieben xD.

16:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Danach ging es wieder von 16:00 – 18:15 Uhr weiter mit dem Training der Latein-Turnier-Formation. Hier haben wir dann unseren Einmarsch, „Ein-Einmarsch“ und die Samba wiederholt, da in der Samba auch die sogenannten „Samba Rollen“ eingebaut sind. Der Haken daran war, dass ein Großteil der Formationstänzer diese noch nie gelernt haben, weshalb unsere Trainerin Emi diese als nächstes in dieser Trainingseinheit eingeplant hatte. Nach der groben Erklärung des Bewegungsablaufes bei Samba Rollen durften wir auch schon anfangen, diese alleine zu üben, bevor wir diese dann als Paar getanzt haben. Komischerweise hat das dann nach ein paar Versuchen sogar schon relativ gut geklappt, wobei Emi fast ein Kompliment rausgerutscht wäre… Aber auch nur fast.

            Laut Trainingsplan hätten wir in dieser Trainingseinheit auch noch den Jive und die Rumba wiederholen müssen, jedoch haben wir das dann natürlich gEpLaNtEr WeIsE auf das nächste Training verschoben.

18:15 Uhr, Pause

            Nachdem dieses Training auch vorbei war, folgte erstmal wieder eine 30-minütige Pause. Diese nutzte ich dann, um meinen Füßen eine Pause zu gönnen und etwas zu essen. Kurz nachdem ich mich gesetzt habe kam Emi auf mich zu, ob ich nicht mit den anderen Tänzern „Interviews“ mit der Frage: „Wenn du mit jemandem aus der Formation leben tauschen wollen würdest, wer wäre das?“ filmen könnte, da sie das schon bei anderen Tanzvereinen auf deren Instagram Accounts gesehen hat. Naja, dann habe ich mich eben auf den Weg gemacht, um die anderen beim Beantworten dieser Frage zu filmen. Das Resultat findet ihr bereits auf Instagram 🙂

18:45 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Hierfür blieb aber nicht mehr viel Zeit, da dann laut Trainingsplan um 18:45 Uhr das letzte Standard-Training für diesen Tag anstand.
            Hier haben wir dann neben dem 2. Slowfox, auch den 2. Quickstep wiederholt und den ersten Teil des 2. langsamen Walzers besprochen. Das „Laufen“ in die Schräge im Quickstep ist nämlich auch so ein Teil der Formation, bei welchem es eine 50:50 Chance gibt, ob die Choreo am Ende stimmt oder nicht. Ich und mein Tanzpartner Kevin haben da auch so unsere Probleme, da wir beim Laufen die Kurve auch sehr eng nehmen müssen, sodass wir am Ende noch gerade so auf unserer Position ankommen. Das hat nach einigen Durchgängen und viel Ärger auch einigermaßen funktioniert.

21:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Nach einer kurzen 10-Minuten-Pause war dann noch ein gemeinsames „Fitness- und Stretch-Training“ von 21:00 – 22:00 Uhr geplant.
            Ich habe mich schon gewundert, was wir da wohl machen würden… jedoch begann das ganze erstmal recht entspannt mit ein paar Dehnübungen, gefolgt von Yoga-Elementen wie den „Krieger“ oder das „Dreieck“. Danach haben wir festgestellt, wie unflexibel wir sind, weil wir alle probiert haben, ob wir das Bein bis zum Kopf hochbekommen (Standspagat).
            Aber das schlimmste kam erst noch – unsere Trainerin hatte die glorreiche Idee, wir könnten ja nochmal die Macarena-Challange aus Instagram machen… Die Begeisterung der Tänzerinnen und Tänzer hierfür hielt sich in Grenzen. Mussten wir es trotzdem machen? Ja.

            Nun war dies geschafft, allerdings hatten wir danach immer noch knappe 20 Minuten Zeit übrig. Jetzt war die Frage: Was tun wir noch in dieser Zeit?
            Toni (einer unserer Tänzerinnen der Latein- und Standard-Formation) schlug dann vor, das Spiel „Rüben ziehen“ zu spielen, was wir dann auch tatsächlich gemacht haben. Also haben wir uns alle auf den Bauch gelegt und die Arme ineinander eingehakt, während Simon als sogenannter „Bauer“ versucht hat, uns „Rüben“ aus dem Kreis zu ziehen. Das war unheimlich witzig und Simon hat es auch letztlich geschafft, alle „Rüben zu ziehen“ und das Spiel zu gewinnen, allerdings ging das Ganze nicht spurlos an uns vorbei… Jeder von uns hatte blaue Flecken und teilweise auch Schürfwunden an den Armen und Beinen…
            Somit das Fazit: Dieses Spiel wird nicht mehr gespielt, auch wenn es sehr lustig war.

22:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Doch der Tag war noch nicht ganz geschafft, ein letztes Latein-Training von 22:00 bis 24:00 Uhr stand noch auf dem Plan. Hier haben wir dann den Jive und die Rumba, welche wir bei dem letzten Training nicht mehr geschafft haben, noch nachgeholt. So hat sich dann wiederum das was hierfür ursprünglich vorgesehen war auf den nächsten Tag verschoben.

            Nach einigen Ausrufen wie „Lavendel!“ und Fragen wie „Ist die Box noch an?“ war auch dieses Training geschafft.

00:00 Uhr, Übernachtungsparty!

            Nun begann der witzige Teil des Tages – unsere Übernachtungsparty! Leider sind so gut wie alle Tänzerinnen und Tänzer zum Schlafen nachhause gefahren, sodass dann letztendlich nur noch unsere Trainerin Emi, der Latein-Tänzer René und ich im Studio übernachtet haben, da sich der Nachhauseweg bei uns nicht gelohnt hätte. Nur Spödi, ein Gründungsmitglied des Vereins, war noch eine Zeit lang mit da, um uns ein wenig Gesellschaft zu leisten. Nachdem wir dann alle noch eine Kleinigkeit gegessen und dabei geredet haben, haben wir uns auch noch eine Flasche Hugo und eine Flasche Wein geteilt. In der Nacht waren wir aber nicht nur am Trinken, sondern haben die Zeit produktiv genutzt.

            Neben der Tatsache das wir festgestellt haben, dass unser Allrounder Louis ein Küken ist, haben wir alle witzigen „Memes“, welche bisher im Trainingscamp entstanden sind gesammelt und auf einem Zettel notiert. Währenddessen habe ich noch eine Instagram Story anlässlich des „zweiten Tages des Trainingslagers“ hochgeladen und mir einen Plan erstellt, welche Reels wir am Sonntag noch drehen könnten. Ich und René haben dann zwischendrin spontan in unserem angetrunkenen Zustand auch noch einen Durchgang Latein getanzt, was zwar auch extrem witzig, aber nicht unbedingt pädagogisch wertvoll war.

            Bis wir hiermit dann fertig waren, war es bereits 02:30 Uhr. Geplant aufzustehen war es um 06:00 Uhr, da um 07:00 Uhr dann das erste Lateintraining auf dem Plan stand. Spödi hat sich zu diesem Zeitpunkt dann auch verabschiedet, um dann schlafen gehen zu können. Naja, wie es dann so kommen musste, haben wir so viel geredet und Gossip ausgetauscht, bis es auf einmal schon 05:00 Uhr war …   Dann haben wir beschlossen, uns zumindest mal umzuziehen und hinzulegen, um dem Körper wenigstens etwas Ruhe zu gönnen. Ja was war dann? Im Liegen haben wir dann weitergeredet, sodass wir dann um 05:45 Uhr gesagt haben: Es lohnt sich nicht mehr, sich hinzulegen also bleiben wir wach und machen uns dann später fertig. Wir hatten zu dritt dann auch wirklich einen schönen Abend bzw. eine schöne „Girlsnight“, auch wenn wir dann am letzten Trainingstag völlig fertig waren.

Sonntag, der 04.01.2026, Tag 3
7:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Nun war es auch soweit – kurz vor 07:00 Uhr trudelten dann alle Tänzerinnen und Tänzer der Lateinformation ein und der letzte Trainingstag konnte beginnen. Emi war genauso wie René und ich völlig am Ende, weshalb sie sich für die Trainings an diesem Tag meine dicke Kuscheldecke geklaut hat, um sich darin einzukuscheln. Nach dem Aufwärmen haben wir auch begonnen, den Paso Doble, den Ausmarsch und den „Aus-Ausmarsch“ zu wiederholen, wie es ursprünglich im letzten Training geplant war. Da wir jedoch sowieso gar nicht mehr im Zeitplan waren, wurde sich an diesem Tag auch nicht mehr wirklich darangehalten.

            Man hat schon gemerkt – es ist früh am Morgen, alle sind erschöpft und die Füße haben durch das lange Tragen der Tanzschuhe innerhalb der letzten zwei Tage nun richtig wehgetan. Aber das erste Training war dann um 09:00 Uhr schlussendlich auch vorbei und es ging mit dem Standardtraining weiter.
            René hatte es gut, er konnte sich während der Trainings der Standardformation hinlegen und schlafen, da er lediglich in der Lateinformation mittanzt im Gegensatz zu mir oder Emi.

9:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Das Aufwärmen und einen kleinen Teil vom Standardtraining hat Emi dann auch gemacht, bis es ihr körperlich gar nicht mehr gut ging. Unser Teamkapitän Alex hat dann beschlossen, das Ruder in die Hand zu nehmen und das restliche Training für Emi abzuhalten, sodass diese sich etwas hinlegen konnte.

            Das war dann nicht mal so verkehrt, da wir dann erneut den ersten Slowfox gemeinsam mit dem ersten langsamen Walzer wiederholt haben, welche mein Tanzpartner Kevin und wie bereits bekannt auch Simon am Samstag verpasst hatten. Stück für Stück sind wir dann alles nochmal durchgegangen. Sobald etwas nicht gepasst hat, haben wir den Teil immer wieder und wieder tanzen müssen, bis es dann richtig war / gut ausgesehen hat. Alex ist hierbei sehr genau und auch streng, was sich jedoch auch positiv auf das Ergebnis des Trainings ausgewirkt hatte.

            Um etwa 10:30 Uhr wurde unsere Trainerin von Louis Hilferufen aufgeweckt. Nach seinem Beklagen, dass er lieber Emi wieder als Trainerin haben möchte, erwachte sie daraufhin wieder halbwegs zum Leben, um sich das anzusehen, was wir uns in der Zeit ihres Nickerchens erarbeitet haben. Sie war auch mehr oder weniger zufrieden mit dem Ergebnis, da sie vor ihrer Pause der Verzweiflung nahe war.

11:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Um 11:00 Uhr ging es dann auch schon wieder mit dem nächsten Lateintraining weiter. Dieses Training haben wir auch wieder hauptsächlich dafür genutzt, den ChaChaCha mit dem schwierigen Choreowechsel zu üben, da dies immer noch nicht so 100%ig funktioniert hatte. Bei einem der unendlich vielen Durchgänge ist Toni bei der Pose nach dem ersten Teil des ChaChaChas aus Versehen voll auf Nicos Fuß gesprungen (siehe Ausschnitt Video). Ich habe während dieses Trainings relativ viel gefilmt, da ich an diesem Tag nicht in der Choreo getanzt habe und somit zwischendrin pausieren konnte. Daher habe ich auch zufällig diesen Moment erwischt, wo Toni Nico am Fuß erwischt hat xD. Jedenfalls war das Training dann erst um 13:00 Uhr beendet, da wir das „Fitness- und Stretch-Training“ von 12:00 bis 13:00 Uhr für nicht unbedingt notwendig hielten.

14:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Nach einer kurzen Pause ging der Tag weiter mit einem weiteren Standardtraining. Man merkte von Training zu Training, wie die Energie und die Kraft immer weiter gesunken sind und die Konzentration dadurch irgendwann einfach nachgelassen hat. Dennoch haben wir unser Training durchgezogen und das Wiener Walzer Rad wiederholt und unseren „Ein-Einmarsch“ und „Aus-Ausmarsch“ in Standard besprochen. Die liebe Claudia ist dann auch an diesem Nachmittag zu uns gestoßen, um uns etwas im Training zu unterstützen, während Emi am Boden saß und ihre Kräfte gesammelt hat.

16:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Um 16:00 Uhr begann dann letztendlich das letzte Training für unsere Lateinformation, in welchem wir neben dem ChaChaCha auch den zweiten Paso Doble nochmals intensiv besprochen haben. Von Stunde zu Stunde wurde das Training immer härter und anstrengender… jeder hoffte nur noch auf das Ende des heutigen Tages. Auch ich habe mich dann am Nachmittag für 20 Minuten hingelegt, um neue Kraft für den restlichen Tag zu tanken, da auf mich auch noch das Standardtraining am Abend wartete.

            Zwischendurch hatten wir die Idee, wir könnten uns doch noch einen „Motivationsspruch“ ausdenken, welchen wir vor jedem Auftritt sagen. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass „Lavendel“ aka Quirin von Alex auf die Schulter gehoben wird, während der Rest des Teams einen Kreis um die beiden macht, sich gemeinsam nach hinten streckt und laut „Lavendel“ ruft. Andere Teams rufen „Tiramisu“, „Auf geht´s!“ oder „Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das!“. Wir rufen eben „Lavendel!“.

            Zum Abschluss dieses Trainings tanzten wir das Stück noch 2 – 3 Mal komplett durch und präsentierten Claudia und Emi das, was wir uns im Trainingslager alles erarbeitet haben – zumindest in dem Ausmaß, was der Körper noch an Energie hergeben konnte.

18:30 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Nun war es soweit – das letzte Training des Trainingslagers ist um 18:30 Uhr angebrochen. Bevor wir aber mit dem Tanzen begonnen haben, haben wir uns auf den Boden gesetzt und einen Sitzkreis (Depressionskreis) gebildet. Emi hat uns für das letzte Training nochmal Mut und Kraft zugesprochen, auch wenn wir alle eigentlich keine Lust und Kraft mehr für dieses Training hatten, Emi eingeschlossen. Wir rafften uns schließlich auf und wiederholten unseren „Ein-Einmarsch“, tanzten das ganze Stück erstmal durch und wiederholten unseren „Aus-Ausmarsch“. Beim Durchtanzen hat Emi auf Fehler geachtet, welche wir dann im Anschluss direkt ausgebügelt haben. Somit ging es in diesem Training nur noch ums immer wieder durchtanzen und Fehler verbessern. Toni war die einzige, die noch einigermaßen Energie hatte und versucht hat, gute Stimmung in das letzte Training zu bringen.

21:00 Uhr, ADTV-Tanzschule „Die Höllriegl’s“

            Als es dann 21:00 Uhr war, war unser Trainingslager offiziell beendet.
            Nach 70x „nochmal“, 30 x „Lavendel“, 35x „(Ist die) Box (an?)“ und 25x „KEVIN!“ war jeder froh, dass es nun endlich vorbei war und wir die Tanzschuhe ausziehen konnten.

Fazit

            Insgesamt gesehen fand ich das Trainingslager wirklich gut, da wir auch mal lange und intensiv bestimmte Sachen trainieren konnten, ohne erst wieder eine Woche auf das nächste Training warten zu müssen. Ich denke, wir haben uns im Vergleich zu vor dem Trainingslager deutlich verbessert (ohne mich hier jetzt aus dem Fenster zu lehnen xD), auch wenn es drei anstrengende Tage für uns alle waren.

            Mein persönliches „Highlight“ war aber tatsächlich trotzdem unsere Übernachtungsparty, da wir so viel gelacht und über so viele Sachen geredet haben, wie noch nie zuvor.

DANKE!

            Danke an dieser Stelle nochmal an unsere Trainerin Emi, die uns dieses Trainingslager überhaupt ermöglicht und sich freiwillig und ehrenamtlich die Zeit und Nerven für uns Tänzerinnen und Tänzer genommen hat. Ich denke, ich kann im Namen unser aller Formationsmitglieder sagen, dass das eine interessante Erfahrung war und wir viel dazugelernt haben.

            Auf das wir mal wieder ein Trainingscamp abhalten können (mit hoffentlich angenehmeren Trainingszeiten bzw. längeren Pausen zwischen den Trainings ^^).

            Wie sagt man so schön? „Lavendel gut, alles gut“.

Trainingscamp der Turnier-Formationen –
Drei Tage harte Arbeit, viel Spaß und schmerzende Füße

Mit Vollgas ging das Jahr 2026 los, als sich die Standard- und Latein-Turnier-Formation gemeinsam auf die viel zu schnell nahende Turniersaison vorbereiteten.
Diese Galerie spiegelt Chiaras Bericht in Bildern wider und hält die unsagbar vielen verschiedenen Momente fest.

Wichtige Stärkung zwischendruch

Chiara Tischendorf

Autorin

„Insgesamt gesehen fand ich das Trainingslager wirklich gut, da wir auch mal lange und intensiv bestimmte Sachen trainieren konnten. (…)
Ich denke, ich kann im Namen unser aller Formationsmitglieder sagen, dass das eine interessante Erfahrung war und wir viel dazugelernt haben.“