
Auftritt am Abschlussball des
Gymnasiums Tirschenreuth 2025
geschrieben von Antonia Tuschka
Vorwort
Herzlich willkommen, liebe Tanzsportinteressierte, zum Blog der Tanzsportwelt der Höllriegl‘s.
Ein neu gegründeter Verein ohne praktische Vorerfahrung in der Welt des professionellen Formationstanzsports.
Mit unseren Reportagen möchten wir unsere Turniererfahrungen mit euch teilen und euch somit auf unsere Reise mitnehmen, welche für uns hoffentlich voller erinnerungswürdiger Erlebnisse wird. Hiermit laden wir euch herzlich ein mit den Erzählungen von jungen Tänzerinnen und Tänzern, in eine andere Welt einzutauchen. In das Spektakel, welches man sonst nur voller Glitzer, Glanz und Glimmer kennt. Eine Welt, in der neben Vorfreude, Ehrgeiz und Hoffnung auch Enttäuschungen, Tränen und Kritik Platz haben müssen.
Erfahrt in diesem Text – verfasst und aus der Sicht von Antonia Tuschka – was alles außerhalb der Turniersaison geschehen kann.
Viel Vergnügen!
Reportage
Lesedauer etwa 7 Minuten
Video hierzu hier.
Zuerst einmal…
Hi, ich bin Antonia (eigentlich werde ich aber nur Toni genannt). Ich teile mit euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des Formationstanzes aus meiner Perspektive.
Die Standard-Turnier-Formation startet jetzt schon das zweite Mal in die Turnier-Saison, wobei es für mich das erste Mal sein wird. Als Auftakt und kleinen Vorgeschmack auf die Turniere war ein Auftritt auf dem Abschlussball in Erbendorf geplant. Es handelte sich um einen von außen gesehen eigentlich ganz normalen Auftritt auf einem der Abschlussbälle. Dass das Ganze am Ende doch nicht so gewöhnlich und reibungslos ablief, könnt ihr euch vielleicht schon denken, doch lasst mich am Anfang beginnen…
Sonntag, der 30.11.2025, 13:30 Uhr
Schulturnhalle Mantel
Es war das letzte, offizielle Training vor dem Auftritt in Erbendorf, der wie ich später erfahren würde auch meine Premiere sein würde.
Ich war ein wenig gespannt, als ich in die Sporthalle trat, da unsere Trainerin die Kostüme für den Auftritt mitgebracht hatte und heute endlich die Paare für den Auftritt festmachen würde. Am Anfang des Trainings probierten wir die Kleider an und tauschten nicht Passende durch, bis jeder ein passendes Kostüm schließlich hatte. Eine Kleiderprobe und ein paar Fotos für unsere Vereinswebsite später sollten wir das Stück in unseren Kostümen durchtanzen. Jetzt würde der Zeitpunkt kommen, an dem festgelegt werden würde, in welcher Aufstellung wir nächste Woche und wahrscheinlich auch die kommenden Turniere tanzen würden.
Unsere Trainerin stellte uns in ihrer ersten Aufstellung zusammen, die sie sich zusammengestellt hatte. Ich wurde zu meinem Tanzpartner aus der Latein-A-Formation gestellt. Wir tanzten das Stück einmal durch und ich bemerkte recht schnell, dass wir für Standard nicht zusammenpassten. Ich fühlte mich ungefähr wie ein Saxophonist, der auf einmal Trompete spielen soll.
Da Emilie, unsere Trainerin, wahrscheinlich einen ähnlichen Gesamteindruck hatte, stellte sie die Paare noch einmal um. Dieses Mal war ich nicht in der Aufstellung und schaute daher zu wie die Männer versuchten, mit ihren größtenteils neuen Frauen zur richtigen Zeit am richtigen Ort in den Choreos zu enden.
Das Ergebnis daraus war eine dritte Aufstellung, die die finale Zusammensetzung werden sollte, für die sie sich am Ende auch entscheiden würde.
Ich war dabei. Auf einer Stelle, die ich bis jetzt noch nicht wirklich getanzt hatte, mit einem Partner, mit welchem ich ebenso selten getanzt hatte. „Das kann ja interessant werden“, dachte ich mir.
Ich entschied ich mich dazu, mich voll und ganz auf das Wissen und Können meines neuen Tanzpartners zu verlassen, da ich von den Choreografien in unserem Stück wie „Die Stimmgabel“ oder „Die Zahnbürste“ sowieso keine nähere Kenntnis außer deren Existenz hatte.
Zum Glück erwies sich mein Unwissen beim Durchtanzen als ein kleineres Problem als gedacht, da er mich an die richtigen Stellen führte und ich bei manchen Schritten improvisierte und somit meine Planlosigkeit nicht besonders auffiel.
Das größere Problem war eher, dass wir das Stück am Ende des Trainings noch nicht fertig gelernt hatten. Die Tänzer, die letztes Jahr schon in der Standard Turnier Formation waren, kannten das Ende schon, da es noch die gleiche Choreografie wie letztes Jahr war. Da dies aber meine erste Saison ist, wusste ich nicht, welche Schritte ich tanzen sollte.
Die Zeit war aber leider schon um und so endeten wir mit einem halbfertigen Ende und dem Plan, am Tag des Auftritts noch kurz zu trainieren.
Unter der Woche
Bei mir daheim
Über die Woche ging ich in meinem Badezimmer beim Zähneputzen die Schritte, die ich konnte, immer wieder durch, was erstaunlicherweise gar nicht so viele waren.
Samstag, der 06.12.2025, 16:00 Uhr
Das Training im Studio
Am Tag des Auftritts trafen wir uns alle im Studio, um die Formation noch ein paar letzte Male durchzugehen und die letzten Schritte zu lernen. Als wir anfingen, das Stück einmal ganz durchzutanzen, erkannte ich aber ein Problem: Mein Tanzpartner war nicht da. Woher sollte ich jetzt wissen, wo ich hinsollte?
Die Musik startete und ich versuchte, einfach so zu tun, als wüsste ich, wohin ich sollte (und scheiterte grandios). Doch dann kam mein Tanzpartner endlich und wir tanzten das Stück noch ein paar Mal durch. Dann auch mit deutlich mehr Erfolg. Danach klärten wir noch die letzten fehlenden Schritte, die zum Glück nicht schwer waren und am Ende war ich zuversichtlich, dass wir das irgendwie hinbekommen würden.
In Erbendorf angekommen
Als wir später an der Halle ankamen, an dem wir den Auftritt tanzen würden, richteten wir uns so gemütlich wie möglich ein und begannen damit, uns auf den Auftritt vorzubereiten. Die Frisuren waren schnell gemacht und es fehlte eigentlich nur noch eins: Die Schminke.
Emilie hatte gesagt, sie würde das Schminken übernehmen und so war es dann auch. Wir kamen nacheinander zu ihr, um uns schminken zu lassen. Nur gab es da ein Problem. Die Weltmeisterschaft der Standard-Formationen. Und da die Performance der verschiedenen Formationen wohl deutlich spannender zu sein schienen, als das Gesicht der zu schminkenden Person vor ihr, war der Fortschritt des Schminkens eher langsam.
Wir beobachteten, wie die Uhr voranschritt und langsam breitete sich eine allgemeine Unruhe unter uns aus. Es waren noch 10 Minuten bis zum Auftritt und es waren immer noch nicht alle fertig geschminkt. Ich traf letzte Vorbereitungen und half einer Freundin dabei, die künstlichen Wimpern aufzukleben.
Noch 7 Minuten. Wir zogen uns an, doch es waren immer noch nicht alle fertig.
5 Minuten noch. Gestresst waren nun fast alle Tänzer in ihre Kostüme geschlüpft. Für Aufwärmen war keine Zeit mehr. Die, die fertig waren machten sich langsam auf den Weg zum Backstage Bereich, von wo wir auf die Tanzfläche treten würden.
Noch 2 Minuten. Wir hatten es tatsächlich alle geschafft und standen nun endlich alle an der Türe, welche in den Saal führte. Aufgeregt wünschten wir uns viel Glück.
Einen Augenblick später war es so weit: der Auftritt.
Der Auftritt
Die Türen öffneten sich. Um ehrlich zu sein, erinnere ich mich an sehr wenig von diesem Auftritt. Ich hatte das Gefühl, sobald wir angefangen hatten zu tanzen, war es auch schon wieder vorbei. Ob wir die Stimmgabel und die Zahnbürste erfolgreich auf das Parkett gebracht hatten, wusste ich nicht, aber das war für mich auch nicht so wichtig.
Abschluss
Was ich aus den Videos des Auftritts später noch erfahren habe, ist, dass die Tanzfläche recht schmal war und ein anderes Paar und ich den Gästen bei einer Hebefigur fast den Fuß ins Gesicht geschlagen haben. Das nenne ich eine zuschauernahe Performance.
Mein allererster Standard-Auftritt lag nun hinter mir und ich war zufrieden damit und freue mich darauf, diese Formation auch auf den Turnieren tanzen zu können (Nur hoffentlich mit ein wenig mehr Plan von der ganzen Formation).
Fazit
Unsere Turnier-Formation ist manchmal chaotisch, ja – aber meiner Meinung nach, bringt das erst einen Teil der Freude an dem Ganzen mit sich. Auch wenn ich noch nicht lange ein Teil dieser Formation bin, habe ich das Gefühl, nicht nur ein Teil einer Formation, sondern auch ein Teil einer Freundesgruppe anzugehören.
Jede Person bringt seine eigenen Stärken und Schwächen mit sich und es ist letztlich auch unserer Trainerin Emilie zu verdanken, dass diese uns nicht aufhalten und voneinander abgrenzen, sondern unseren Zusammenhalt stärken und zu etwas Besonderem machen.
Und am Ende des Tages gibt es eine Sache, die wir zweifellos alle gemeinsam haben – die Liebe zum Tanzen.
Zwischen Chaos und Gänsehaut:
Premiere, Nervosität und ein Parkett
mit Publikum in Reichweite
Erste Saison, neuer Partner, halbfertige Choreo und ein Auftritt, der schneller vorbei war als gedacht –
und trotzdem ein unvergesslicher Moment auf dem Parkett. Zwischen Nervosität, Improvisation und purer Freude.
Antonia beschreibt ihre Premiere der Standard-Turnier-Formation als chaotisch und schnelllebig. Überzeugen Sie sich mit dem unten eingebetteten Video selbst 🙂
Das Video wurde von einem Vereinsmitglied erstellt und alle Beteiligten haben der Veröffentlichung zugestimmt.

Antonia Tuschka
Autorin
„Mein allererster Standard-Auftritt lag nun hinter mir und ich war zufrieden damit und freue mich darauf, diese Formation auch auf den Turnieren tanzen zu können (Nur hoffentlich mit ein wenig mehr Plan von der ganzen Formation).“
