
Kunstgenuss bis Mitternacht 2025
geschrieben von Sara Dittrich
Vorwort
Herzlich willkommen, liebe Tanzsportinteressierte, zum Blog der Tanzsportwelt der Höllriegl‘s.
Ein neu gegründeter Verein ohne praktische Vorerfahrung in der Welt des professionellen Formationstanzsports.
Mit unseren Reportagen möchten wir unsere Turniererfahrungen mit euch teilen und euch somit auf unsere Reise mitnehmen, welche für uns hoffentlich voller erinnerungswürdiger Erlebnisse wird. Hiermit laden wir euch herzlich ein mit den Erzählungen von jungen Tänzerinnen und Tänzern, in eine andere Welt einzutauchen. In das Spektakel, welches man sonst nur voller Glitzer, Glanz und Glimmer kennt. Eine Welt, in der neben Vorfreude, Ehrgeiz und Hoffnung auch Enttäuschungen, Tränen und Kritik Platz haben müssen.
Erfahrt in diesem Text – verfasst und aus der Sicht von Sara Dittrich – was alles außerhalb der Turniersaison geschehen kann.
Viel Vergnügen!
Reportage
Lesedauer etwa 6 Minuten
Alle Beweise hierzu hier.
Zuerst einmal…
Hallo zusammen, ich bin Sara, ein Mitglied der Standardturnierformation und ich werde euch meine Erfahrungen von unseren Auftritten am Kunstgenuss in Weiden vom 24.10.2025, erzählen. Es war ein äußerst ereignisreicher Abend. Für mich persönlich war es ein Auftritt, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur wegen des Tanzens selbst, sondern auch wegen all der besonderen Momente davor, dazwischen und danach.
Sonntag, der 19.10.2025, 13:30 Uhr
Vorbereitung: Änderungen in nur einer Woche
Schon der Sonntag vor dem Auftritt war alles andere als gewöhnlich. Dass wir uns erst kurzfristig gezielt auf den Kunstgenuss in Weiden vorbereiten konnten, hatte einen guten Grund: Am Tag darauf stand mit dem Polizeiball ein weiterer großer und wichtiger Auftritt an, für den wir parallel eine umfangreiche Gesamtshow einstudiert haben. Der Fokus im Training lag daher zunächst auf diesem Event, zu dem es auch noch einen eigenen Bericht gibt (lest ihn euch gerne durch).
Umso intensiver und konzentrierter gestaltete sich dann die Vorbereitung auf den Kunstgenuss, als wir während unseres regulären Standard-Turniertrainings die komplette Formation umgestellt haben: neue Wege, neue Paareinteilung (glücklicherweise konnte ich aber mit meinem gewohnten Partner tanzen), neue Abläufe.
Normalerweise sind wir mit sechs Paaren auf der Fläche, diesmal waren wir nur drei, was für uns alle eine richtige Umgewöhnung war. Dazu kam die Premiere unserer neuen Musik und einiger frischer tänzerischer Elemente. Einige Schritte mussten wir sogar extra für diesen Auftritt ersetzen, weil wir uns im Original auf den Boden gelegt hätten. Draußen im Oktober? Auf keinen Fall, das wäre viel zu kalt gewesen.
Trotz der knappen Zeit haben wir es als Team geschafft, all diese Änderungen gut aufzufangen und sicher umzusetzen. Gerade diese intensive, kurze Phase hat den Teamzusammenhalt noch einmal spürbar gestärkt und uns gezeigt, wie gut wir uns aufeinander verlassen können.
Freitag, der 24.10.2025, 17:30 Uhr
Letzte Vorbereitungen am Abend selbst
Am Veranstaltungstag haben wir uns um 17:30 Uhr im Tanzstudio getroffen, um vor der Abfahrt noch einmal alles gemeinsam durchzugehen. Wir haben die Formation drei Mal hintereinander getanzt, haben Timing, Wege und Positionen ein letztes Mal in Erinnerung gerufen und uns gegenseitig Sicherheit gegeben.
Danach ging es an die finalen Vorbereitungen: Haare in einen Dutt stecken, ein leichtes Make-up und ein kurzer Kontrollblick in den Spiegel, damit auch alles sitzt. Dann waren wir bereit und sind zusammen losgefahren. Die Anspannung war dabei deutlich zu spüren, mischte sich aber mit großer Vorfreude und Neugier auf das, was uns an diesem Abend erwarten würde. Schließlich war es nicht nur unsere Premiere, sondern auch das erste Mal, dass eine Formation am Kunstgenuss mitwirken durfte.
Tanz unter freiem Himmel
Getanzt haben wir direkt neben dem Kir Royal in der Weidener Innenstadt, mitten im lebendigen „Kunstgenuss“. Die Atmosphäre war wunderschön, das Publikum zahlreich, aber eines hat uns von Anfang an begleitet: die Kälte.
Es war eisig. Wir Tänzerinnen haben unsere Jacken daher immer bis zum allerletzten Moment bei der Anmoderation unserer Trainerin Emi anbehalten und sie erst unmittelbar vor Beginn des Einmarschs ausgezogen. Schon beim ersten „Betreten der Fläche“ wurde uns bewusst, dass dieser Auftritt uns körperlich einiges abverlangen würde.
Vier Auftritte – jeder mit eigener Stimmung
Unsere Auftritte fanden um 19:30, 21:30, 22:30 und 23:30 Uhr statt. Jeder einzelne hatte sein eigenes Gefühl. Der erste war von viel Aufregung und auch etwas Nervosität geprägt. Bei den nächsten Auftritten war diese kleine Nervosität jedoch nirgends mehr zu finden. Wir waren in unserem Element. Wir waren eine Gruppe, die gemeinsam etwas Wundervolles auf die Straße gezaubert hat. Es war wie kurzzeitig in einer anderen Welt zu sein. Man konnte nicht nur mir, sondern auch den anderen Tänzerinnen und Tänzern ansehen, wie sehr wir in diesem Moment aufgegangen sind. Das grandiose Publikum war ein wesentlicher Grund dafür. Es hat uns bei jedem Auftritt mit viel Applaus und Wärme empfangen, was uns die Kälte für ein paar Minuten vergessen lassen hat.
Besonders schön war, dass bei jedem einzelnen Auftritt jemand aus unserem Verein im Publikum stand. Man tanzte, drehte sich, hob den Kopf und plötzlich erkannte man ein vertrautes Gesicht, das einem zulächelte. Das hat so unglaublich motiviert und jedes Mal unser bereits vorhandenes Lächeln noch größer gezaubert.
In unserer ersten Pause sind wir als Gruppe gemeinsam mit den anwesenden Vereinsmitgliedern durch die Stadt gegangen und haben uns die anderen Darbietungen angeschaut. Das hat richtig gutgetan und den ganzen Abend noch gemeinschaftlicher wirken lassen.
In den restlichen Pausen haben wir uns im Kir niedergelassen, Karten gespielt oder geredet und unsere getanzten Auftritte gefeiert, während wir uns bereits wieder auf die folgenden Auftritte vorbereiteten.
Tanzen auf Pflaster – eine ganz neue Erfahrung
Diesmal mussten wir vollständig in Straßenschuhen tanzen, weil die Fläche aus Pflastersteinen bestand. Gerade diese ungewohnte Tanzfläche hat uns dazu gezwungen, noch bewusster zu tanzen, einander mehr zu vertrauen und jeden Schritt mit besonderer Aufmerksamkeit zu setzen. Die vielen Gedanken, die man sich zuvor gemacht hat, darüber wie die vielen Drehungen darauf funktionieren sollen, haben dann auf der Fläche ihre Antwort gefunden.
Es war eine besondere Herausforderung und eine noch interessantere Erfahrung. Nicht zuletzt wegen eines gewissen Gullideckels, in den man gefühlt immer wieder getanzt ist. Es gehörte irgendwann fast schon zum Auftritt dazu.
Mein persönliches Highlight
Es war beim dritten Auftritt. Genau in dem Moment, als wir auf unsere Trainerin Emi zu tanzen sollten, kam plötzlich ein kräftiger Windstoß. Er hat uns regelrecht in ihre Richtung geschoben. Gleichzeitig war es so kalt, dass ich reflexartig ganz schnell und leise „kalt, kalt, kalt, kalt, kalt“ vor mich hingesagt habe. Emi hat es gehört und konnte sich ihr Schmunzeln nicht verkneifen. Dieser kleine, ungeplante Moment hat mir einmal mehr gezeigt, wie viel Leichtigkeit und Humor trotz aller Konzentration in unserem Tanzen steckt.
Später im Kir und am nächsten Tag im Training konnten wir gemeinsam herzlich darüber lachen.
Ein schöner Abend
Auch wenn es immer kälter wurde, bleibt der Kunstgenuss in Weiden für uns ein wunderschöner Abend. Die Kombination aus einem herzlichen Publikum, vier abwechslungsreichen, erfolgreichen Auftritten und so vielen kleinen lustigen Momenten hat ihn für mich besonders gemacht. Es war einer dieser Abende, bei denen man trotz Kälte mit einem warmen Gefühl nach Hause fährt.
Zum Schluss möchte ich noch ein großes Dankeschön an Emi aussprechen. Ohne sie hätten wir das alles nicht so reibungslos auf die Bühne, oder eher Straße, gebracht. Ihre Geduld, ihre Energie und ihr unermüdlicher Einsatz haben uns durch die Vorbereitungen getragen und uns auch an diesem kalten Abend Sicherheit und Vertrauen gegeben.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Auftritte und die kommende Turniersaison.
Mitten in Weiden –
die Innenstadt wird zur Tanzfläche
Diese Bilder zeigen einen besonderen Abend beim Kunstgenuss in Weiden:
Tanzen unter freiem Himmel, eisige Temperaturen und eine einzigartige Atmosphäre zwischen Lichtern, Kunst und neugierigen Blicken inmitten in der Innenstadt.
Sie halten vier Auftritte, intensive Momente auf ungewohntem Pflaster und den starken Zusammenhalt der Formation fest – von konzentrierten Augenblicken vor dem Einmarsch bis zu gemeinsamen Pausen voller Lachen und Freude.

Flyer vom Kunstgenuss

Fertig vorbereitet

Auf dem Weg

Pre-Auftritt Selfie

Auftritt 1

Auftritt 2 (?)

Auftritt 3 (?)

Auftritt 4 (?)

Kleine Aufmerksamkeit
an andere Künstler ^^

Auftrittstruppe

Die Stars des Abends

Sara Dittrich
Autorin
„Auch wenn es immer kälter wurde, bleibt der Kunstgenuss in Weiden für uns ein wunderschöner Abend. Die Kombination aus einem herzlichen Publikum, vier abwechslungsreichen, erfolgreichen Auftritten und so vielen kleinen lustigen Momenten hat ihn für mich besonders gemacht.“
